Aufruf an die Gewerkschaften
Die Armut wird immer größer
Immer mehr Bürger empfinden, dass es in Deutschland nicht gerecht zugeht. Es sind die Folgen verfehlter Politik. Die Agenda 2010, einstmals gut gemeinte, wenn auch fehlerhafte, Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit und Massenarmut, konnte durch die hinzugekommene Weltfinanzkrise nicht greifen. Statt zu agieren, wurde reagiert und die bestehenden Sozialgesetze verschlimmbessert. Die Kommunen selbst gerieten in Not und werden in Zukunft noch mehr belastet.
Armut in einem der reichsten Länder Europas
– Niemand hätte es je geglaubt, dass es soweit kommen könnte -
Die in den 90er Jahren eingerichteten Tafeln versorgten einst die gescheiterten Existenzen und Obdachlosen mit Kleidung und Mahlzeiten. Heute stehen ganze Familien an; und die Tafeln haben immer mehr Schwierigkeiten die Betroffenen zu versorgen.
7.918.642 Leistungsempfänger von ALG I, ALG II und Sozialgeld lt. BA Bericht März 2009.
Die Tendenz ist weiter steigend. Die in den Statistiken nicht erfassten Menschen, wie zahlreiche Rentner, Arbeitslose in irgendwelchen Maßnahmen, Menschen mit geringen Einkommen, welche es als Würdelosigkeit empfinden, zusätzliches Geld vom Amt zu erhalten und diejenigen welche von ihren Angehörigen unterstützt werden müssen usw. lassen die Zahl der Armen schnell mal auf über 10 Millionen schnellen.
Hunderttausende von Kurzarbeitern bangen noch um ihre Zukunft, wenn sie denn eine haben.
Unternehmen entlassen ihre Mitarbeiter und stellen sie über Zeitarbeitsfirmen (sprich Sklavenhändler) zu Dumpinglöhnen wieder ein. Die Gier nimmt kein Ende.
Die schwarzgelbe Politik macht nicht gerade Hoffnung. Sie wirtschaftet denen die gut situiert sind in die Tasche und lässt die Armen im Regen stehen. Das Wort Armutsbericht ist aus dem Vokabular der Politiker gestrichen; man spricht jetzt vom Bericht zur sozialen Lage, dass klingt besser.
Koch geht noch weiter: er tritt jetzt auf als brutalst möglicher, sozialer Auf(klärer)räumer. Vielleicht fordert er demnächst den Arbeitsdienst, etwa wie in den 30er Jahren, wo ganze Heerscharen mit blankpoliertem Klappspaten zur Neulandgewinnung stramm standen?
Das lenkt von seiner verfehlten Landespolitik ab und natürlich auch, wie beabsichtigt, von den Wahlen in NRW. Wird Rüttgers dann, kurz vor den Wahlen, Koch offiziell zurückpfeifen und damit als der gute zukünftige Landesvater dastehen? Das Spielchen guter Junge, böser Junge scheint immer noch zu funktionieren.
Was diese Herren scheinbar nicht wissen: mit der Armut spielt man nicht. Hier wird für diese Politiker ein gefährliches Potenzial heranwachsen. Diese Getretenen, wenn sie nicht gerade den neuen Rattenfängern nachlaufen, werden aufstehen. Sie werden sich erinnern, sie werden sich wehren und dann gnade uns Gott. Da läuft dann so Einiges nicht mehr nach demokratischer Grundordnung.
Wenn die SPD sich nicht erneuert, sich nicht zu den, in der Vergangenheit begangenen, Fehlern bekennt und zwar mit aller Deutlichkeit, dann liegt unsere Hoffnung auf den Schultern der ohnehin geschwächten Gewerkschaften. Also macht uns wieder stark, bringt Euch noch mehr ein und mobilisiert die Massen. Diejenigen die liegen geblieben sind bedürfen Eurer Hilfe. Helft Ihnen auf und nehmt sie in Eure Mitte. Die 68er Generation hat einst für Ihre und Eure Zukunft demonstriert, aber sie wurde auch teilweise etabliert und instrumentalisiert. Sie hat das große Ziel aus den Augen verloren und wartet jetzt nur noch auf die Rente.
Ihr seid unsere Zukunft. Erst wenn Ihr aufsteht, werden auch die Alten wieder wach und sich Euch anschließen, wenn es sein muss auch mit Rollator.
Eines möchte ich noch bemerken:
Thema: das unwerte HartzVI Leben
Die Publikation des Gunnar HEINSOHN ist dermaßen reaktionär, das mir nur ein Kommentar dazu einfällt:
Ich möchte seinem Nachnahmen, ohne eine Tierrasse dabei zu diskriminieren, ein SC anfügen und ein W einfügen.
Autor
Robert Mueller