Die jüngsten Äußerungen unseres „Landesvaters“ Roland Koch, über die Langzeitarbeitslosen knüpfen nahtlos an die menschenverachtenden Worte des Junge Union Vorsitzenden Missfelder: „ Die Erhöhung der ALG II – Regelsätze um 3 € monatlich, sind eine Anschubhilfe für die Alkohol- und Tabakindustrie“.
Derselbe Mann forderte in vergangener Zeit: über 80-jährigen Menschen auf Kosten unserer Krankenkassen keine neuen Hüftgelenke mehr zu implantieren.
Frau Merkels Äußerung, dass die Stromkosten der ALG II- Empfänger schließlich von den Ämtern, genauso wie Miete und Heizung übernommen würden, wirft die Frage auf, wie vertraut unsere Politiker mit dem Sozialgesetzbuch II und dessen Inhalt überhaupt sind?
Wenn Herr Koch fordert, das die Langzeitarbeitslosen zukünftig auch eine Arbeit, die unterhalb ihrer Qualifikation liegt, oder auch einen 1 – Eurojob, annehmen müssen, ansonsten müsste man zukünftig Sanktionsmaßnahmen einführen, dann hat sich der Herr Landesvater aber ganz klar „geoutet“.
Seit Jahren schon, ist es Bestandteil der Hartz IV Regelung und wird von allen Ämtern praktiziert.
Gerade über dieses umstrittene Thema, dieser Beschäftigungspolitik, wird seit Jahren öffentlich diskutiert. Die so genannten Ein- Euro- Jobs und die vom Amt subventionierten Arbeitsstellen, ( wenn man ältere Langzeitarbeitslose einstellt, gibt es Extrakohle, bis zu 2- Drittel der Lohnkosten werden ersetzt ) vernichten reguläre Arbeitsplätze.
Das, was Koch und Co. da einfordern, ist doch schon längst gängige Praxis.
Wozu der Aufreger ? Schaut in die meistverkaufte Zeitung Deutschlands, fast täglich wird dort über Sozialschmarotzer berichtet, und diese wird sogar täglich im Fernsehen zitiert und das nicht nur von RTL und Co. sondern auch schon seit Jahren von den Öffentlich Rechtlichen.
Allerdings, sollte man von einem Ministerpräsidenten mehr Grips erwarten. Das was dieser Mann fordert, ist im Grunde genommen nichts weiter, als dem Kapital noch mehr Vorschub zu leisten. Wer für billiges Geld arbeitet, wird in jedem Falle, ob kurz- oder langfristig, weitere, anständig bezahlte Arbeitsplätze vernichten.
Beschäftigung zu Dumpinglöhnen!!!, fürs Kapital die Idealvorstellung:
Die Angst um den Arbeitsplatz schüren, um noch mehr Druck auszuüben. Staatliche Zuschüsse für Langzeitarbeitslose sind zusätzliche, gern gesehene Einnahmen und dienen dem Geldbeutel, machen den Stammbeschäftigten Angst und zwingen auf Dauer sogar die Gewerkschaften dazu, sich mit Minimalforderungen zu begnügen. Immer nach dem Motto: lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Die Raffgier nimmt immer noch kein Ende. Wer glaubt denn, dass es nur die Banker sind, welche von der grenzenlosen Gier befallen sind.
Ich kann nur dazu raten: Tretet den Gewerkschaften, aber nur denen, die im DGB verbunden sind, wieder bei. Alle Anderen, wie die christlichen Gewerkschaften, sind von der Industrie gesponsert, mit dem Ziel die Tarifautonomie und das Tarifgefüge auszuhebeln. Macht die Gewerkschaften wieder stark. Sie sind das einzig legale Kampfmittel, das der kleine Mann zu Verfügung hat. Auch Arbeitslose können für kleines Geld beitreten und haben zusätzliche Vorteile wie z. B.: Beratung, Rechtsbeistand und Aufklärung. Aber, belasst es nicht nur bei der Beitragszahlung und damit die Gewerkschaften allein die Arbeit für Euch tun, sondern bringt Euch ein, arbeitet mit! Ihr habt mittlerweile schließlich viele Erfahrungen gesammelt.
Ich werde Herrn Koch zum Kompass Dieburg einladen.
Ihm Gelegenheit geben sich zu informieren, wie man sich fühlt, wenn man keine Arbeit mehr hat. Wenn, so nach und nach, einem der Boden unter den Füssen entzogen wird. Wenn alle sozialen Kontakte langsam verschwinden und man von der Gesellschaft obendrein als Schmarotzer bezeichnet wird.
Geht´s noch tiefer abwärts? Warten wir´s ab.
Er wird nicht kommen!!!
Es wünscht Euch ein frohes und gesundes 2010
Robert Mueller
Kompass Dieburg