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Giebelmann: Arbeitslose müssen
Platz in unseren Gemeinden haben
Erster Diözesantag Berufs- und Arbeitswelt
/ 120 Teilnehmer kamen ins ZDF-Sendezentrum
Mainz. Der Generalvikar des Bistums Mainz,
Prälat Dietmar Giebelmann, hat auf
die besondere Verantwortung der Kirche für
jene Menschen hingewiesen, die aus der Arbeitswelt
herausgefallen sind. „Die Seelsorge und
die Begleitung arbeitsloser Menschen sind
zentrale Aufgaben der Kirche. Arbeitssuchende
und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen
müssen ebenso ihren Platz in unseren
Gemeinden haben wie die Themen der Arbeitswelt
insgesamt“, sagte Giebelmann.
Der
Generalvikar äußerte sich im
Rahmen des ersten Diözesantages Berufs-
und Arbeitswelt, der am Samstag, 18. November,
im ZDF-Sendezentrum in Mainz stattfand.
Zu dem Tag, der unter der Überschrift
„Die Zeichen der Zeit deuten – Kirche und
Arbeitsmarkt“ stand, waren über 120
Teilnehmer gekommen. Veranstalter waren
das Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum
Mainz sowie der Sachausschuss Berufs- und
Arbeitswelt im Bistum Mainz.
In seinem Impulsreferat unterstrich Walter
Fries, Leiter der Mainzer Agentur für
Arbeit, dass derzeit die positive Konjunktur
den deutschen Arbeitsmarkt trage: „Die sozialversicherungspflichtigen
Arbeitsplätze nehmen seit langen einmal
wieder zu.“ Auch habe die Kurzarbeit „gravierend“
abgenommen, zudem steige sowohl die Zahl
der Teilzeitbeschäftigten als auch
die der geringfügig Beschäftigten
nicht mehr so stark an wie bisher. Tragender
Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung
sei die steigende Binnenkonjunktur. Trotzdem
gehe er davon aus, dass der Arbeitsmarkt
im Jahr 2007 annähernd dem 2006 entsprechen
werde, sagte Fries.
PD Dr. Matthias Möhring-Hesse, Sozialethiker
aus Frankfurt, warnte davor, ständig
die hohe Arbeitslosigkeit zu skandalisieren.
Diese Skandalisierung berge die Gefahr,
dass der ohnehin hohe gesellschaftliche
Wert der Erwerbsarbeit zusätzlich gesteigert
werde. Durch die Konzentration auf die Situation
der Arbeitslosen verliere man aber die Erwerbsarbeit
und die dortigen „Verwerfungen“ aus dem
Blick, sagte Möhring-Hesse. Die Erwerbsarbeit
wuchere zunehmend in das Leben der Menschen
hinein, sagte er, Arbeit in einer Beziehung,
mit Kindern oder ehrenamtliche Arbeit werde
zunehmend schwerer. „Diese Verwerfungen
publik zu machen, wäre eine seelsorgliche
Aufgabe der Kirchen“, hob Möhring-Hesse
hervor. Michael Opoczynski, Chefredakteur
der ZDF-Sendung „WISO“, unterstrich in seinem
Statement, dass „unser Land immer weniger
Menschen brauchen wird, die einfache Arbeiten
machen“. Vielmehr benötige Deutschland
zukünftig eine Fülle hochqualifizierter
Arbeitnehmer. „Aber ist unser Land dafür
gerüstet?“, fragte Opoczynski. Es sei
eine Herausforderung für die Kirchen,
sich um die Opfer der Entwicklungen auf
dem Arbeitsmarkt zu kümmern. Auch sehe
er die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt
skeptisch, sagte Opoczynski, da sich der
„hohe Sockel“ der Arbeitslosigkeit seit
Jahren nicht verringere.
Führung und Workshops am Nachmittag
Am Nachmittag fanden eine Führung
durch das ZDF-Sendezentrum sowie Workshops
unter anderem zu den Themen „Vereinbarkeit
von Familie und Beruf“, „Kirche im Betrieb“
sowie „Bildung und Ausbildung“ statt. Darüber
hinaus präsentieren Pfarrgemeinden
und Verbände auf einem „Markt der Möglichkeiten“
Projekte zum Thema „Kirche und Arbeitsmarkt“.
Der Diözesantag endete mit einer Vesper.
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