Die Arbeitsloseninitiative Kompass Dieburg lädt zu einer Adventsfeier am Montag, 21. Dezember 2009 um 9.30 Uhr ein. Treffpunkt ist diesmal das Kapuziner-Kloster, Minnefeld 30 in Dieburg. Weihnachtliche Geschichten, Gebäck und Tee sollen helfen, den Sorgen und Nöten dann anders zu begegnen. „Kompass“ ist offen für alle von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen in der Region des Landkreises Darmstad-Dieburg unabhängig von ihrer Konfession und Nationalität.
Kompass Dieburg ist überkonfessionell und überparteilich und wird getragen vom Caritasverband, Evangelischen Dekanat Reinheim und der Evangelischen Kirchengemeinde und katholischer Pfarrgruppe Dieburg, der katholischen Betriebsseelsorge sowie DGB, Diakonischem Werk, VDK und AWO.
Die regelmäßigen Treffen, die an jedem 1. und 3. Montag im Monat ansonsten im Gemeindehaus der Evangelischen Kirche stattfinden, bieten Gelegenheit zu Gespräch, Information und Austausch.
Weitere Informationen:
Bei Kompass können Arbeitslose mit anderen Betroffenen beim zwanglosen Frühstück Gespräche führen, sich bezüglich wirtschaftlicher Notlagen beraten lassen, Unterstützung bekommen bei der Suche nach Lösungen in persönlichen Notsituationen, arbeits- und sozialrechtliche Fragen klären, Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen erhalten und vieles mehr.
Weitere Infos unter www.kompass-dieburg.de oder unter Tel: 06071 – 986611 (Caritas Dieburg) und 06078 – 78 259 05 (Evangelisches Dekanat Vorderer Odenwald).
DIEBURG. Mit einem Informationsstand und einer mobilen Straßenaktion mit sehr auffälligen drei Meter hohen Puppen mit der Aufschrift „Arm trotz Arbeit – Für einen gesetzlichen Mindestlohn!“ startete der DGB-Ortsverband Dieburg in der Fußgängerzone eine weitere Mindestlohnaktion.
DGB-Ortsverbandsvorsitzender Thomas Bischoff und DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) machten deutlich: „Wer Vollzeit arbeitet, muss mit seiner Familie menschenwürdig leben können“. Für Millionen Arbeitnehmer/innen im Niedriglohnbereich ist das nicht der Fall. Armut trotz Arbeit nimmt in Deutschland sprunghaft zu – auch Hessen. Mittlerweile arbeiten 23 Prozent der Beschäftigten in Deutschland im Niedriglohnsektor – das sind gerade noch zwei Prozent weniger als in den USA: „Hier muss die Politik endlich mit einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn gegensteuern“, fordert der DGB. „Notwendig ist eine verbindliche Lohnuntergrenze, unter den niemand gedrückt werden kann und die ein menschenwürdiges Leben garantiert. Arbeit darf nicht arm machen. Hungerlöhne und Armutsrenten sind eine Kampfansage an die arbeitenden Menschen “
Gewerkschaftssekretär Raupp betonte: „In 25 der 27 EU-Länder gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn oder vergleichbare Regelungen, außer in Zypern und Deutschland“. Die Erfahrungen mit dem Mindestlohn in anderen Ländern seien durchweg positiv: „Ein gesetzlicher Mindestlohn verhindert Armut trotz Arbeit, er stärkt die Kaufkraft und damit Nachfrage. Das schafft Arbeitsplätze. Ein gesetzlicher Mindestlohn ist aber nicht nur ökonomisch sinnvoll, er ist vor allem eine Frage der Menschenwürde“, so Raupp. „In unserem reichen Land darf es keine Geschäftsmodelle geben, deren Profite auf staatlich subventionierten Armuts- und Hungerlöhnen beruhen“.
Die Gewerkschafter/innen verteilten in der Fußgängerzone Informationsmaterial, führten zahlreiche Gespräche mit Passanten und ließen an einer Wahlurne für oder gegen einen gesetzlichen Mindestlohn abstimmen. Der Dieburger DGB-Vorsitzende Thomas Bischoff war mit dem Ergebnis vollauf zufrieden: „Für unsere Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn haben wir breite Mehrheiten in der Bevölkerung. Das hat sich auch heute in Dieburg wieder sehr deutlich gezeigt“. Mit öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen wollen die Gewerkschaften weiterhin für den Mindestlohn Druck machen – vor und nach der Bundestagswahl.
Horst Raupp
Regionssekretär
Umbauarbeiten am Pater-Delp-Haus
Seit Mai 2007 besteht der Arbeitslosentreff Dieburg für Menschen die im Osten des Landkreises Darmstadt-Dieburg wohnen und arbeitslos sind. Frühstück und Gesprächsmöglichkeiten konnten immer am 1. und 3. Montag im Monat im Pater-Delp-Haus der katholischen Pfarrgemeinde Dieburg angeboten werden. Nun müssen alle Gruppen, die dort ein Zuhause gefunden haben nach einer neuen Unterbringung suchen, denn der Gebäudekomplex wird saniert.
Und wieder ist es die Kirche, die Räume zur Verfügung stellt. Diesmal allerdings die Evangelische. Der Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Dieburg hat sofort auf die Anfrage des ökumenisch getragenen Treffs reagiert und stellt nun die Räumlichkeiten des Gemeindehauses zur Verfügung.
Nachdem bekannt wurde, dass andere Räume gesucht werden mussten, gab es schnell insgesamt drei Möglichkeiten, um den Treff konstant fortführen zu können. Neben der Katholischen und Evangelischen Gemeinde stellte auch die Stadt Räume in Aussicht. Für die arbeitslosen Menschen war dies sehr erfreulich, zeigt es doch, dass Kompass inzwischen etabliert ist im Denken der Verantwortlichen. Das macht Mut, zeigt aber auch den Bedarf des Angebots.
Ab Montag, 7. September 9:30 Uhr findet der Treff bis auf weiteres im Evangelischen Gemeindehaus, Frankfurter Straße 3 in Dieburg statt.
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